verschnitt

September 28, 2005


sollte man manchmal lieber zum friseur gehen? ganz klares, ja! seit jahren schneide ich gelegentlich selbst mal dran herum, wenn`s denn so gar nicht mehr geht und passen will. einen termin für jetzt gleich, und sofort ist zu diesen verzweifelten zeitpunkten nie möglich. ich setze also die professionelle haarschneideschere an. ganz klar, vorsichtig sein und genau überlegen. so mache ich es seit jahren. nun kommt der trick mit dem strähnendrehen, um gezielte partien leicht auszudünnen. gekonnt und ganz vorsichtig mit der superscharfen nagelschere, oben beginnend, mit leichten halben schnitten die strähne treppchenartig nach unten durchforsten. wie gesagt halbe schnitte, gaaanz wichtig ! schnitt eins ging komplett mitten hindurch. grober patzer. das ist mir noch nie passiert. schön, klasse gemacht ! es steht nichteinmal mehr ein halber cm. gut, um dem fehlenden teil einigermaßen einen übergang zum restlichen 50 cm langen resthaar zu geben, mußte nun der so gefürchtete effilierer zum einsatz kommen. ein kammartiger gegenstand, gespickt mit messerscharfen klingen, ebenfalls zum ausdünnen. vertut man sich hier, kann es dazu führen das eine größere haarmenge ins nirvana befördert wird. aber ich kenne mich ja aus. ich setze das ding an, zieh` es durch die ohnehin schon in arge mitleidenschaft gezogene partie, und es fällt, haare, viele haare, sehr viele haare. ich schaue sofort auf den boden, um einen eindruck des ertrages mit dem auge nocheinmal zu verinnerlichen. es lag eigentlich all das was rechts so gewachsen ist dort unten. ein nicht wahrhabend wollender blick in den spiegel bestätigt mir das, was ich eben gesehen hatte. kacke, denk ich. egal um dem verlust einigermaßen gerecht zu werden muß ich die linke seite einfach anpassen, denn wie sieht das denn jetzt aus. rechts kurz, links lang. das geht ja gar nicht. gedacht, getan. meißterlich gleitet nun alles was so schneidet über mein haupt. und was soll ich sagen, nix. kein kommentar. nada. niente. ein jammertal, mitleiderregend. als wären eine horde mäuse am werk gewesen. verteilt auf dem gesamten kopf, mit unterschiedlichen ambitionen, und völlig individuellem nagewerkzeugen. es sieht scheiße aus. das trifft es. zum glück kann ich noch einen zopf machen, nein, eher ein zöpfchen. halb so schlimm, denke ich. ich trage ja eh das haar nur seltenst offen. warum aber frage ich mich, habe ich es nicht einfach sein lassen? zumindest nachdem das fiasko seinen lauf nahm? war ich im wahn? ich wollte was retten, irgendwie. völlig bescheuert. das sagten mir heute auch liebe und ehrliche freunde, die mir bisher sehr nahe standen. jetzt heißt es “wachsen lassen”. ich schneide etwas ab, um es dann wieder wachsen zu lassen. ja, das könnte sogar sinn machen.

unsinn