plastikhähnchen

Januar 12, 2006


grosse supermärkte faszinieren mich immer wieder auf’s neue. gestern war ich mit hr. hatzfalatz und seiner gemahlin fr. kiköhnchen in einem solchen shoppen. wir fuhren extra in den in biebrich gelegenen, weil der dort noch viel grösser ist, als der in der mainzerstrasse. hr. hatzfalatz meinte, der in der mainzerstrasse sei schmuddelig. schmuddelig ? neee. finde ich nicht. gemessen an dem penny in der gneisenaustrasse ist der walmart in der mainzer für mich die reinste augenweide. aber der in biebrich hat mich ja fast umgehauen. so gross! so hell ! ich war geblendet. ich fühlte mich wie auf einem karusell. mir wurde vor lauter regalen und produkten ganz schwindelig. ich stand nur kurz vor der milchprodukte meile und versuchte ersteinmal grob mir in etwa orientierung zu verschaffen. die augen flogen unkontrolliert nach links, nach rechts, nach oben, nach unten. dann trat ich ein paar schritte von der meile zurück, abstand hilft ja beim erfassen von grossen unübersichtlichen dingen. wer z.b. hr.dr. dudel etwas genauer kennt, weiss was ich meine. der grössere abstand zur milchproduktemeile führte jedoch nicht zum erhofften ergebnis.null übersicht. ich konnte genau spüren, wie es sich in etwa anfühlen muss, kurz vor einem epileptischen anfall zu stehen. die totale reizüberflutung. speichelmengen sammelten sich dazu in meinem mundinnenraum. schnell weg dachte ich. das geht hier sonst nicht gut aus. ich packte also ohne gross darüber nachzudenken, genau das ein was mir als grundnahrungsmittel sowieso schon bekannt und vertraut war. ich war ja auch nicht alleine da. alleine hätte ich dort stunden verbringen können. was sag ich. tage. wochen. ganz in ruhe. ganz vorsichtig. geduldigen auges ganz langsam mich entlang der lebensmittelregale hangeln. so könnte es ohne zwischenfälle funktionieren. bei playstation-spielen steht doch auch immer so ein hinweis drauf, vonwegen man soll pausen machen. damit augen und hirn gleichsam schritt halten können. das sollte man auch bei solchen grossraumsupermärkten irgendwo am eingangsbereich vermerken. ob da schon mal leute zwischen fleisch- und käsemeile mit schaum vor dem mund rumlagen ? das bild spricht ja da oben eigentlich für sich. es scheint bereits zwischenfälle gegeben zu haben. auf jedenfall war es eindrucksvoll. vorallem aber, das gebratene hähnchen in schwarzer plastikwanne mit sichtdeckel. wirklich sehr eindrucksvoll. hr. hatzfalatz und fr. kiköhnchen haben dieses später zu salat verarbeitet. ich hätte versucht zu probieren, aber es war auch glas-spargel dabei, und den mag ich nicht. später erzählte mir hr. hatzfalatz ihm sei danach schlecht gewesen. das wundert mich ehrlich gesagt nicht, das war es mir schon, als ich das tote tier in der trostlosen plastickwanne gesehen habe. erst recht, als die kassierein beim einpacken fr. kiköhnchen empfahl das tier nicht so sehr in schieflage einzupacken, es würde dann nämlich ganz sicher auslaufen. uahhh. mir war dann aber später wirklich auch von meinem kram schlecht. nach dem verzehr von 4 grossen amerikanischen ungetoasteten toastbrotscheiben mit erdnussbutter, honig und mittelaltem gauda. mir klebte es vielleicht die gaumenblätter zusammen. und kurz darauf dann die magenschleimhäute. wie ein stein liegt das zeug im bauch. nun versuche ich seit gut 2 stunden mit pepsi-twist einen einigermassen akzeptablen druckausgleich im inneren meines bauches wieder herzustellen. es wirkt schon ein wenig, die pepsi-twist. nur kann ich jetzt nach einem liter nicht mehr schlafen. das ist zu der uhrzeit irgendwie blöd.

pepsi-twist

3 Responses to “plastikhähnchen”

  1. der gemahl der gemahlin Says:

    gaaah nicht!
    mopsfidél war die autorin vom anfang bis zum ende. von wegen schaum vorm mund. hier wird doch eine konsumkritik konstruiert, die so im köpflein nicht vorherrscht. die traurigkeit eines verpackten toten huhnes kann ich zwar nachempfinden, aber was ist mit den speiseröhren, magenwänden und knorpeln die einem tier grausam entrissen werden um zu TEEWRUST verarbeitet zu werden? auch traurig, was?! aber ganz so traurig wars gar nicht. wir haben später sogar noch den legendären karl-heinz windig getroffen und als nächstes fahren wir mit der autorin nach wissembourg in einen französischen supermarkt. heisa!
    und: warum eigentlich TEEwurst?

  2. loony Says:

    Teewurst

    Die Teewurst ist eine geräucherte und streichfähige Rohwurst mit pikantem feinsäuerlichem Geschmack. Sie wird aus Schweinefleisch, Speck sowie Gewürzen hergestellt und gelangt als feine oder grobe Teewurst in den Handel.
    Anders als der Name vermuten lässt, ist in der Teewurst kein Tee enthalten. Um den Namen rankt sich die Legende, dass die Teewurst ursprünglich in Rügenwalde/Pommern (heute Darlowo in Polen) als deftige Beilage zum Nachmittags-Tee gereicht wurde und sich hierdurch der Name Teewurst auch außerhalb von Rügenwalde einbürgerte. Belegt ist dies jedoch nicht, es kann sich auch um eine von den Herstellern geschaffene Legende handeln

  3. lukas Says:

    nee! jim knopf hat gesagt, die teewurst heißt teewurst weil’s die im TEE (trans europa express) als teewurst gab. und tee gab’s auch zur teewurst… wenn man es wollte.
    aber tee und teewurst…nee.


Leave a Reply